Imperiale Männlichkeit. Sorge- und Geschlechterdimensionen der imperialen Lebensweise

Abstract

Marie Frühauf und Marcel Schmidt untersuchen die Verschränkung von Geschlechter- und Naturverhältnissen auf der Ebene des Alltags der Subjekte und fragen danach, inwiefern aktuelle Care-Debatten Analysepotenzial für die Diskussion um gesellschaftliche Naturverhältnisse enthalten. Ausgehend vom Konzept der imperialen Lebensweise zeigen sie, wie ‚imperiale Männlichkeit‘ auf dem bürgerlichen Ideal des autonomen, sorglosen Subjekts beruht und damit vielfältige Abhängigkeiten von anderen Menschen und natürlichen Lebensbedingungen ausblendet. Care-Arbeit, soziale Reproduktion und ökologische Belastungsgrenzen werden so systematisch externalisiert und abgewertet. Der Text diskutiert Anschlussstellen zwischen caretheoretischen Ansätzen und dem Konzept der imperialen Lebensweise, warnt aber vor einer Verengung auf individuelle Verhaltensänderungen. Für die Soziale Arbeit ergibt sich daraus die Aufgabe, Sorge, Verletzlichkeit und ökologische Abhängigkeiten als gesellschaftliche Strukturfragen sichtbar zu machen.

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